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Kirschblüte さくら 2022 (4)

Ein kleiner Rückblick auf die Kirschblütensaison 2022, Teil 4.

連載:2022年の桜の季節を振りかえて(4)。

Taizō-in 退蔵院


Nach einem Eintrag zu den früh blühenden hängenden Kirschbäumen sowie zwei Einträgen zur Somei-Yoshino Blüte ist es an der Zeit, in einem vierten und letzten Eintrag die Spätblüher unter den Kirschbäumen Revue passieren zu lassen. In einem normalen Jahr können es durchaus drei Wochen und mehr sein zwischen der ersten Blüte im Kaiserpark oder Honman-ji bis zu den Orten, die in diesem Eintrag vorgestellt werden. Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, mir genug Zeit und Energie für diesen Teil der Kirschblütensaison vorzunehmen, was mir auch halbwegs gelungen ist.


早咲きと二回にわたる染井吉野のさくらの振り替えに続き、今回は遅咲きのさくらについての投稿になります。平年だと、市内では京都御所や本満寺の早咲きから、遅咲きのさくらまで3~4週間程度桜を楽しむことが出来ます。今までは遅咲きが満開を迎えるときは時間も体力もなかったことがパターンだったため、今年こそ遅咲きの名所を訪れたいと思って、以下その写真を紹介します。

以下、説明はドイツ語のみになりますのでご了承ください。

 

Ryōan-ji 龍安寺

Als der Inbegriff für "Zen-Gärten" ist Ryōan-ji, zumindest die Struktur des Gartens, den meisten Menschen innerhalb und außerhalb Japans ein Begriff. In einer strikt geometrischen Struktur finden sich im karesansui-Garten des zentralen Hōjō-Gebäudes in Summe 9 Steine, deren Zusammensetzung (in meinen Amateuraugen) als schlicht ikonisch bezeichnet werden kann. Die Kirschblüten in diesem Tempel sind etwas später als im Rest der Stadt.

Bis vor einigen Jahren stand hinter dem Garten ein stolzer roter hängender Kirschbaum (beni-shidare), der allerdings vor nicht allzu langer Zeit entweder zusammengestutzt oder neu gepflanzt wurde. Deshalb ist jetzt in diesem Garten ein großer Somei-Yoshino Baum dominant. Besonders ist dieses Jahr, dass im Winter das Dach der Gartenmauer erneuert wurde, was im Japanischen als "goldenes Dach" bezeichnet wird. Fotografisch gesehen ist dieser Garten relativ schwierig, da man als Besucher richtung Süden blickt und so eig. an sonnigen Tagen fast nur Gegenlicht vorfindet. Ein Besuch an leicht regnerischen Tagen erscheint mir hierfür fast sinnvoller.

Genausowenig wie Ryōan-ji allerdings der einzige "Steingarten" ist - es gibt dutzende, wenn nicht sogar hunderte ähnliche sog. karesansui-Gärten in Kyōto - ist Ryōan-ji selbst mehr als nur sein berühmter Steingarten. Ein relativ großer Teich lädt zur Umrundung ein, in dem dutzende Kirschbäume stehen. Entlang einiger weiterer Tempelgebäude finden sich in Summe etliche Kirschbäume.

 

Taizō-in 退蔵院

Einer von zahlreichen Untertempeln des Myōshin-ji Komplexes ist Taizō-in eigentlich zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Besonders bekannt ist dieser Tempel allerdings, und das sollte nach dem obigen Foto nun nicht wirklich überraschend sein, für den unglaublich imposanten hängenden Kirschbaum.

In der Mitte eines zweigeteilten karesansui-Gartens mit Yin-Yang Motiv thront dieser Baum direkt hinter dem Eingangstor zu den Gärten des Tempels, was den meisten Besuchern ein Staunen abverlangt, wenn sie Taizō-in zum ersten Mal besuchen.

Allerdings wurde vor einigen Jahren eine Aufnahme mit dem Tor als Umrandung für "Sou da, Kyoto. Ikou!" (Ja genau! Lass uns nach Kyoto fahren!), die wohl bekannteste innerjapanische Tourismuskampagne für Kyōto (von JR, der japanischen Eisenbahn), verwendet, was dem Tempel und vor allem dieser Aufnahme, einen enormen Bekanntheitsgrad verschaffte. Heutzutage schimpft es sich schnell über Instagram und seinen Einfluss auf Landschaften - mein Heimatort blieb nicht ganz unverschont davon - doch für Kyōto und seine Tempel waren diese JR-Poster mindestens genau so, wenn nicht sogar ein noch stärkerer Katalysator für Tourismusströme zu bestimmten Orten - manche Freunde und ich sprechen hier halb ironisch vom "Poster-Effekt" — 2018 z.B. war Kajū-ji, einer meiner bis dahin Geheimtipps, Gegenstand eines Kirschblüte-Posters, wodurch der eigentlich kleine Tempel plötzlich von Reisenden überrant war.

Warum ich diese Anekdoten hier einbaue? Nun, es heißt ja oft, dass Fotos nicht unbedingt die Wahrheit erzählen würden. Dies hört man in 90% der Fälle von Menschen, die selbst zwar viel verreisen, sich aber nicht ernsthaft mit Fotografie auseinandersetzen, aber den Ansporn hegen, bekannte Motive selbst zu knipsen, ein Trend der seit dem Aufkommen von Smartphones in 2007/08 definitiv schlimmer wurde. Denn insofern als dass hinter einer guten Aufnahme meist der richtige Zeitpunkt, das richtige Wetter, eine halbwegs gute Komposition, sowie eine große Portion Glück stecken, lügen Fotos nicht. Im Gegenteil, hinter den meisten guten Fotos verstecken sich eine Portion angelerntes Können sowie Schweiß und Tränen von dutzenden, wenn nicht sogar hunderten schlechten Aufnahmen.

Was mich zur Pointe dieser Episode bringt. Betritt man den Garten, so blickt man gen Westen. Ergo, dieser Baum entfaltet seine volle Pracht in den Morgenstunden. Rechnet man die Popularität der Kirschblüte in Japan dazu, so heißt das, dass eine kurze Zeit nach der Öffnung der Ort von Besuchern überrannt ist. Im Smartphone-Zeitalter kommt dazu, dass jeder, aber auch wirklich jeder, versucht, seine perfekten Aufnahmen zu bekommen. Zeitfenster für eine Aufnahme des Baumes in seiner ganzen Pracht? Vielleicht fünf Minuten, wenn man optimistisch ist. In der Theorie mehr, würden die Menschen sich zivilisiert verhalten und sich abwechseln.

An jenem Morgen kam ich etwa 20 Minuten vor der Öffnungszeit am Tempel an, vor mir warteten bereits ca. 10 Leute. Um 9 Uhr, als die Tore geöffnet wurden, begannen die Menschen vorne, wie Kleinkinder in Richtung Baum zu laufen. Auch einige hinter mir rempelten mich an, um nach vorne zu laufen. Beim Tor versammelt versuchten alle dann, die JR-Poster Aufnahme zu kopieren — soweit so gut. Doch einige der Menschen ganz vorne beschlossen umgehend, also gegen 9:01 Uhr, in den Garten zu gehen und unter dem Baum Fotos zu machen, was logischerweise die anderen in ihren Aufnahmen behinderte. Ich für meinen Teil wollte den Baum samt Himmel, ohne Tor, fotografieren, und wurde hierfür von (angeblich immer höflichen) Japanern angepöbelt — inklusive Instagram Nachrichten — wollten doch alle angeblich das Tor-Bild kopieren. Und gegen 9:05 Uhr begannen dann, Normalbesucher einzutrudeln und schon war der Ort unter dem Baum gefüllt mit Menschen, die allesamt die Blüten aus nächster Nähe betrachteten.

Was mich zu einer Feststellung bringt: kein Wunder, dass in Japan Stative fast überall verboten sind. Dass viele Hobbyfotografen hier ihr Hobby mehr als Sammelalbum denn als kreative Aufgabe betrachten wird kombiniert mit einem Unvermögen an interpersoneller Kommunikation. Entweder man sichert sich Stunden zuvor "seinen" Platz, oder man kämpft wie die Tiere darum. Eigentlich traurig, wenn ich bedenke, wie zivilisiert es im Vergleich dazu in Südkorea zugeht, wo doch eigentlich den Koreanern oft das Impulsive zugeschrieben wird.

In Südkorea gibt es in Summe sicher weniger ambitionierte Hobbyfotografen, doch wenn man (samt Stativ) an einem Ort auftaucht, so fällt es den Menschen dort generell leichter, zu kommunizieren und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Ein Aspekt, der mir an diesem Morgen fast vollständig fehlte. Klar, der Baum war wirklich schön, das Licht perfekt. Doch wenn sich Menschen mit dem eigentlich selben Ziel wie Raubtiere über ihre Beute streiten, dann bleibt am Ende ein unangenehmer Beigeschmack, ja fast schon eine Disillusionierung gegenüber der hiesigen Gesellschaft. Ich bin mir bewusst, selbst ein Teil der Masse an Fotografen hier zu sein, dennoch, so finde ich, sollten wir stets aufeinander Rücksicht nehmen und, gerade in so kleinen Orten wie hier, aufeinander Rücksicht nehmen.

 

Teranouchi Viertel 寺之内

Myōren-ji 妙蓮寺 und Myōken-ji 妙顕寺

Fast schon regelmäßig sind meine Besuche zur Kirschblütenzeit im Teranouchi-Viertel nordwestlich des Kaiserpalastes. Dort gibt es eigentlich immer etwas zu entdecken, und da die meisten Tempel relativ weitläufig sind, besteht auch keine Gefahr, dass man in einer Masse an Fotografen wie beim Taizō-in landet.

Ein seltener Anblick: geöffnetes Tor an Buddhas Geburtstag (8. April).

Versuch, Blüten im Wasser und den Drachen einzufangen. Allerdings ohne Polfilter ein unmögliches Unterfangen.

 

Tennei-ji 天寧寺

Ein kleiner Tempel unweit von Kuramaguchi-Teramachi, den ich eigentlich nur durch Zufall entdeckte und dessen Kirschbaum ich bereits 2020 und 2021 aufsuchen wollte, allerdings jedesmal ein falsches Timing hatte.

 

Enkō-ji 圓光寺

Einer meiner persönlichen Lieblingsorte in Kyōto ist Enkō-ji hauptsächlich bekannt für sein Herbstlaub. Dennoch gibt es einige spätblühende Kirschbäume dort, von denen zwei im begehbaren karesansui-Garten den Besucher auf dem Weg zur Haupthalle des Tempels erwarten. Die Kirschblüte in diesem Zen-Tempel ist, unverdienterweise, bis dato relativ unbekannt.

 

Yoshimine-dera und Sankō-ji 善峯寺・三鈷寺

Ganz im Südwesten, hoch über dem Talkessel Kyōtos gelegen, liegen Yoshimine-dera sowie der benachbarte Sankō-ji Tempel. Relativ schwer zu erreichen ohne eigenes Auto finden sich hier einige der letzten Kirschblüten der Stadt.

An jenem Tag hatte ich allerdings, so musste ich zuhause feststellen, irgendein Problem mit meiner Kamera. Alle Fotos wurden, als ich die Dateien in Lightroom importierte, viel zu dunkel, teils um 2 Stufen und mehr. Glücklicherweise war das Problem softwareseitig behebbar, dennoch blieb ein unbequemer Beigeschmack, zumal das Problem nur in Lightroom auftrat.

Das Herzstück im Yoshimine-dera ist dieser Garten voller sog. Bergkirschen (yamazakura), wo im Juni/Juli hunderte Hortensien zu bewundern sein werden.

Von dort ist es nur ein kleiner Spaziergang zum benachbarten Sankō-ji Tempel, von wo aus man einen spektakulären Blick auf die Stadt hat.

Im Tempel selbst geht es entlang von mehreren Pfaden immer weiter bergauf, vorbei an einigen Tempelgebäuden, eheman schließlich einen weit oben gelegenen Pavillon erreicht. Dort lohnt es sich, ein bisschen zu verschnaufen und einfach nur die Aussicht zu genießen.

Im Eingangsbereich des Tempels schließlich, unweit der Pagode, kann man die längste Pinie Japans bestaunen.

 

Shōbō-ji 正法寺

Als Abschluss der Saison schließlich radelte ich von Yoshimine ins nahe Oharano, wo mit dem Shōbō-ji Tempel ein weiterer Spätblüher samt guter Aussicht wartet. Leider hatte das Wetter in der kurzen Zeit umgeschwungen und aus dem saftigen Blau des Himmels wurde ein grauer Himmel. Doch da ich bei meinem ersten Besuch in diesem Tempel im April 2019 viel Glück mit dem Wetter hatte, war die Kirschblüte dort in weichem Licht diesesmal ein interessantes Erlebnis. Leider waren auch hier alle Fotos viel zu dunkel, als ich sie zuhause am PC betrachtete.

 

Das war's für dieses Jahr!

Rückblickend hatte ich viel Glück dieses Jahr und konnte vor allem zur Somei-Yoshino Blüte einige wirklich sehenswerte Aufnahmen machen. Was von den Spätblühern bleibt ist ein fahler Beigeschmack der Erfahrung im Taizō-in sowie das Rätsel, weshalb am letzten Tag in Yoshimine plötzlich alle Fotos viel zu dunkel wurden.


これで今年のさくらの季節の振り替えは以上となります。

全体的に振りかえてみると、今年は色々と恵まれていたように思います。特に染井吉野の桜は綺麗に撮影することができて、いい思い出をたくさん作ることができました。だが、遅咲きの桜で退蔵院の混乱や善峯寺での写真が全体的に暗くしあげた謎の否定的な気持ちも少し残っています。とりあえず、これからの石楠花・霧島躑躅・藤の花の撮影が楽しみです。



 
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